Hallo meine Freunde! Ich bin gerade auf dem Heimweg von Spanien, wo ich und weitere internationale Fahrer die Gelegenheit hatten, fast alle Motorräder aus der kommenden WM zu testen. Nun möchte ich einfach noch meine ganz persönlichen Eindrücke schildern. Nach welchem Modus das Ganze abgelaufen ist, habe ich ja bereits berichtet. Auch, dass diese Tests von allen sehr ernst genommen wurden und man wirklich mit 110% oder mehr Gas unterwegs sein musste, wisst ihr schon. Jeder Fahrer hat vielleicht seine Lieblingsfarbe, aber die Überraschung ist eigentlich, dass es betreff der Marken gar keine Überraschung gibt. Das technische Entwicklungsniveau und die Fertigungsmöglichkeiten, der Einsatz besonderer Materialien – all das sind nicht mehr Privilegien einiger weniger Marken. Es gibt kaum noch erkennbare Unterschiede. Die Emotionen der Fahrer oder auch besondere Erinnerungen an Erfolge oder eben auch an Niederlagen der jüngeren Vergangenheit führen u.a. dazu, sich zu dieser oder jener Marke besonders hingezogen zu fühlen. Und dann sind es letztlich die Verträge, die den einzelnen an eine bestimmte Farbe binden. Die Motorräder sind also heute fast alle vom Entwicklungsstand her gleich und ich könnte jedem mit meinen neuen Testerfahrungen auch mit gutem Gewissen jede Marke empfehlen. Gott sei Dank, dass es wieder mehr Sache des Fahrers wird, sein Moped als Erster durch `s Ziel zu bringen und nicht die Technik über Sieg und Niederlage entscheiden wird. Was ich natürlich noch nicht beurteilen kann, sind Zuverlässigkeit, Wartungsaufwand bzw. -kosten und die Langlebigkeit. Je nach Gefühl beim Handling mit den neuen Modellen oder passend zum eigenen Fahrstil wird wahrscheinlich die Entscheidung der Fahrer ausfallen. Wir haben wirklich einen harten Job gemacht, aber es war auch perfektes Training. So sind wir an einem Tag praktisch 42 Runden Vollgas gefahren. Ich war über meine Zeiten hoch erfreut, denn ich war mit Ausnahme auf der 450iger Husky auf allen Marken der Schnellste. Und man staune: auf einer 125ccm Suzuki habe ich meine absolute Bestzeit gefahren! Sicher, weil man damit so gut um die Ecken fahren kann :=) Freitag hatten wir unser Halbfinale für die MX2-Klasse und da standen sich diese Suzuki und die 250iger Viertakt-KTM gegenüber. In der MX1-Klasse traf die 450iger Viertakt-Honda auf die 250iger Zweitakt-Kawasaki. Ich selber hatte aber mit der KXF 450 (4-Takt-Kawasaki) meine schnellste Zeit, aber es waren ja noch weitere Fahrer dabei. Diese MX1-Tests waren auch eine gute Möglichkeit, das beste Allround-Moped zu finden. Auch wir Fahrer wurden für das Halbfinale „gefiltert“, denn nur die 3 schnellsten Fahrer durften daran teilnehmen. Ich hatte bereits eine sehr schnelle Zeit mit der Suzuki RM gefahren, aber dann war ich auf der 250iger KTM noch über 1 Sekunde schneller! Und das war bei den anderen beiden Fahrern auch so, dass sie auf der KTM schneller waren. So stand als erster Finalist die 250iger Viertakt-KTM fest. Bei der Ermittlung des 2. Finalisten ging es sehr knapp zu. Ich hatte auf der Kawa-Zweitakter 250KX 0,8sec Vorsprung auf die Honda und auch Jocka Karlsson war auf der Zweitakter schneller. So wurde die 250ccm-Zweitakter von Kawasaki auch der 2. Finalist. Und das war schon erstaunlich, dass die Zweitakter eine so gut Figur abgab. In der MX3-Klasse hatten wir mit der KTM 525 und der Huski 510 nur 2 Motorräder. Alle erreichten die schnellsten Zeiten auf der KTM, der eine wirklich gute Kombination von Motor und Fahrwerk bescheinigt werden kann. Im Finale am nächsten Tag bei 100% blauem Himmel, aber höllischer Kälte war ich zuerst auf der großen KTM unterwegs und habe mit 1:42,018 eine sehr schnelle Zeit auf die Piste gelegt. Mit der Zweitakt-Kawasaki habe ich im 2. Durchgang mit 1:41,316 die schnellste Zeit gefahren. Zuletzt war ich mit der 250iger KTM unterwegs und habe 1:43,89 geschafft. Doch das sind ja nur meine Ergebnisse, also von insgesamt 3 Fahrern. In der Gesamtauswertung stand dann als Sieger die 250ccm-Zweitakter von Kawasaki fest und das hat wiederum einige überrascht. Morgen bin ich bereits beim Leistungstest in Köln mit meinen Schülern Marlon Bremse, Nils Gehrke, Robert Sturm und Martin Scharnbach. Mittwoch geht`s gleich nach Magdeburg in die MX-Indoor-Halle zum Feinschliff für das nächste SX-Rennen am Wochenende in Chemnitz, wohin ich Donnerstag aufbrechen werde. Also, meine Fans, ich hoffe, wir sehen uns dort, denn ich brauche Euren zusätzlichen Antrieb.
Euer
P.S.: Diese Aufzeichnung erfolgte nach einem Telefonat und so zeichne ich als Webmaster allein für Missverständnisse bzw. Irrtümer verantwortlich. Wolfgang E.
Hallo aus Spanien!
Bis bald zu Teil II meines Testberichtes
grüßt Euch
Euer
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