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09.02.2006

Lange, lange ist `s her: Namibia


Hallo liebe Freunde daheim und in Namibia!

Ich schulde Euch noch den versprochenen Bericht über meinen Aufenthalt in Namibia. Offizielles über die Rennen gab es ja bereits in der Presse, wie z.B. in der "mce" Nr. 12/05. Was ich nahe meiner Heimat alles so gemacht habe, nun also hier aus meinem Erleben:

 

Wir sind alle zum Flughafen gefahren mit der Vorfreude auf Afrikas Sonnenschein. Bald haben wir aber hören müssen, dass wir noch einen Tag warten mussten, denn der Flug wurde verschoben.

Wir checkten also noch zuvor ins Sheraton Hotel ein. Am nächsten Tag sind wir dann endlich um 15.00Uhr los und gegen Mitternacht in Windhoek angekommen. Wir, Robby (Sturm) und ich, blieben bei den Bierbrauers. Wir bekamen dort ein Zimmer und ich möchte mich bei der Familie für ihre Unterstützung und den herzlichen Empfang bedanken.

Am nächsten Morgen bin ich um 7.00Uhr aufgestanden und als allererstes bin ich in den Pool gesprungen, um aufzuwachen. Es war tolles Wetter. Wir haben den Tag damit verbracht, uns Windhoek anzuschauen. Ich habe mir da „Biltong“ gekauft, eine Spezialität in Südafrika und Namibia. Das ist getrocknetes Fleisch und Wurst – super!!

Am Freitag fuhren wir zur Rennstrecke. Sie hat sich seit dem letzten Mal, als ich da war, sehr verändert. Sie war ein bisschen im SX-Stil und dann wieder in einigen Abschnitten sehr schnell. Unsere Maschinen waren erst spät am Freitag da und gegen 1.00Uhr nachts hatten wir sie dann endlich startklar.

Am nächsten Morgen sind wir schon um 6.00Uhr aufgestanden, um früh auf der Bahn zu sein. Die Motorräder sind problemlos durch die Kontrolle gekommen, na ja, bei Robby und mir als Mechaniker... ist das doch klar. Wir haben uns etwa 15 min. eingefahren. Die Bahn war gut befahrbar und so habe ich mich auf das Rennen gefreut. Robby und ich hatten allerdings 2 Probleme:

1.die Höhe von 1800m über dem Meeresspiegel

2.die Hitze, schließlich war ich so lange vorher im kalten Deutschland

Aber das Rennen war OK. Bei Ross Branch lief es auch super und so hat er mich anfangs etwas unter Druck gesetzt. Ich musste anständig ranklotzen!! Robby ist auch gut gefahren. Ich habe alle meine Rennen gewonnen. In „King Of the Dirt” habe ich nicht lange gewartet, ich hatte einen guten Start und bis zur 3. Runde hatte ich mich schon etwas vom restlichen Feld abgesetzt. Ich habe gewonnen und war restlos kaputt. Das Wetter hatte sich geändert, es wurde etwas kühler. Aber das war nicht weiter schlimm. Die Siegerehrung war gut, und die Schaumparty hat erst einmal Spaß gemacht.... An dieser Stelle will ich Ross Branch erinnern, dass er daran Schuld war, dass ich so nass geworden bin. Er hat mich in den Schaum gezogen. Jedenfalls sind wir alle mächtig nass gewesen und mussten schnell in trockene Klamotten. Aber wir hatten weiter gar keine mit, also haben wir unsere Rennfahrerklamotten angezogen. Aber es war schon lustig und gegen 3Uhr waren wir dann zurück. Coole Art, einen erfolgreichen Tag zu beenden!

Am  nächsten Tag waren Robby und ich dann um 7Uhr schwimmen, um wach zu werden. Wir fühlten uns wie Zombies. Wir waren dann aber doch ganz aufgeregt, weil wir am Montag  zu den Dünen wollten. Wir haben die Motorräder überprüft und am Montag holten uns dann Carsten Kölling und Bennie ab. Das war eine abenteuerliche Fahrt, auf den letzten 50km wurde es mächtig sandig, auf den letzten 10km war es extrem neblig und die Temperaturen fielen auf 15 C. Wir blieben dort bei den Halls, ein herzliches Dankeschön an sie.  Sie haben uns alle mitgenommen zu einem Restaurant in Mosselbai, was direkt an einem See liegt und ganz toll war. Auf dem Weg dorthin sind wir an den Sanddünen vorbeigekommen, oooohh, so viele Gedanken in meinem Kopf, ich konnte kaum schlafen.

Wir sind schon um 6.45Uhr aufgestanden, ich habe Kaffee gemacht und Carsten meinte, wir seien verrückt. Um 9.00 waren wir in den Dünen. Ich war so aufgeregt, dass ich mich kaum anziehen konnte! Ich habe die Maschine dann angeschmissen und habe dann wohl einen 100m-Satz hingelegt, bevor ich wieder auf dem Boden aufkam. Das hat mir so einen Riesenspaß gemacht. Ich habe 40 Liter Benzin verfahren, was etwa 5h30  Fahrzeit entspricht. Als es Abend wurde, waren wir kaputt, aber superglücklich. Wir konnten kaum den nächsten Morgen erwarten! Wir haben dann andere Fahrer in einer speziellen Düne getroffen und los ging`s. Ich habe paar Stellen zum Springen gefunden und wieder war ich in Heaven…(im Himmel). Ich bin etwa 52m geflogen,  Robby  hat 45 Meter versucht, kam aber unglücklich auf. Ich habe mich vielleicht erschrocken, aber er hat sich nur den Rücken ein bissel wehgetan und war etwas sauer. Sein Motorrad hat eben in dem Sand nicht die nötige Power aufgebracht, aber er hatte es wenigstens versucht.

Wir sind später zum Golfen, und man hat dort den Fehler gemacht, uns -Robby und mir und auch Carsten und Benni– einen Golfer-Wagen zu geben. Da war dann natürlich gleich ein Rennen im Gange! ;-))) Wir konnten die Wagen aber dann doch heil zurückgeben (ok nearly in 1 piece ;-)) Am Freitag sind wir dann nach Windhoek zurückgefahren.

Robert Sturm (Senior) und Grams  haben unsere Motorräder sauber gemacht und so waren wir fürs Rennen bereit. Es war heiß. Ich bin gut gefahren. Ich habe wieder alles gewonnen, bis ich ein Zündkerzenproblem hatte. Ich musste anhalten und sie wieder einsetzen, dabei habe ich mir auch noch mächtig den Arm verbrannt, aber ich bin immerhin noch 4. geworden. In the King of the Dirt war ich in Führung und habe mit gutem Vorsprung gesiegt. So wurde ich der" Namibian king of the Dirt" - also Gesamtsieger. Tolle Party anschließend!

Wusstest du, dass die Namibianer den höchsten  Pro-Kopf-Verbrauch beim Jägermeistertrinken in der Welt haben?? Na gut, wir haben etwas mitgeholfen!! ;-) Wir fuhren dann zum Joes Beer House… Das ist eines der besten Bar-Restaurants, wo ich jemals gewesen bin. Da musst du auch mal hin, wenn du nach Namibia fährst.

Am nächsten Morgen waren wir um 9.00Uhr hoch, weil wir unsere Motorräder verstauen und zum Flughafen schaffen mussten. Was für ein schönes Land Namibia doch ist! Wir wollen auch noch meinen Freunden Fritz Kaufmann und Horst Schnelle für den Transport der Motorräder danken. Das war nicht ganz einfach;-) , natürlich Bernd Kroemer, der die Rennberichte geschrieben hat und Ingo Waldschmidt for a good track, all den Gehilfen, die sich um Flug, Hotel.. gekümmert haben. Wir kommen wieder ...

Bis dahin liebe Grüße an Euch aktuell aus den USA von
 


 

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