Rennen

  •  19.-20.
    November

Super-Cross in der Stadthalle von Wien

 


Hallo Freunde!
Meine Woche hat am Montag damit begonnen, meine Motorräder am Flughafen in Empfang zu nehmen. Ihr wisst doch von meinem erfolgreichen Ausflug nach Namibia, von dem ich noch berichten werde. Das hat den ganzen Tag gekostet, denn ich bin von Halle zu Halle gelaufen, bis meine Lieblinge schön wie nie vor mir standen. Am Dienstag bin ich dann zu Hubi –ihr wisst doch meinem Tuner-Gott von HH-Race-Tech- gefahren, um mein Fahrwerk straffer abzustimmen.

Auf dem Weg nach Augsburg zu Familie Sturm (inzwischen schon beinahe meine 3. Heimat) habe ich noch in Stuttgart Zwischenstation gemacht, um noch einiges abzuholen. Am Mittwoch haben wir dann den ganzen Tag an den Mopeds gearbeitet, um dann auf dem Weg nach Wien noch am Donnerstag Zwischenstation in der SX-Halle in Nandelstadt (bei München) zu machen, wo wir noch unser Set mit dem stärksten Motor getestet haben. Am Freitag sind wir dann mit Manuels (Chittaro) Transporter weiter gefahren. An Bord waren noch seine Freundin, Robby (Sturm) und seine Schwester Conny und ich als Solist. Mann oh Mann, volle 6 Stunden waren wir unterwegs, bis wir nach einem kleinen Umweg endlich an der Wiener Stadthalle angekommen sind. Die Halle ist ja riesig und Freddi (Verherstraeten) hat eine coole Strecke hingezaubert. Aber der Boden war knüppelhart! Gut, dass ich meine bewährten Dunlop 490/695 dabei hatte :O)!

Samstag:

Training: Um 13.00 Uhr ging`s mit 3 mal Training los: 1 X 15 Minuten und 2 X 10 Minuten. Ich war erst in Gruppe IV eingeteilt, aber die Strecke hat die Belastung gut verkraftet. Es wurde aus den 3 Trainingseinheiten die schnellste Zeit gewertet und ich war dann Dritter.

1.Vorlauf: Ich bin gleich als erster aus dem Gitter geschossen und habe das Rennen auch gewonnen. Ich war vorallem so froh, dass ich das Rennen jeder Zeit unter Kontrolle hatte. Es wurden für `s Halbfinale nur die Top 3 genommen.

Halbfinale: Ich bin wieder gut gestartet und war schnell unterwegs, bin aber trotzdem noch verhalten gefahren, weil die ersten 4 direkt ins Finale eingezogen sind. Das habe ich dann auch locker geschafft. Ohhh, Jeff Alessi, der 4. beim Pariser SX, und auch mein Teamgefährte Manuel Chittaro haben das Finale verpasst!

Finale: Als 8.  habe ich mir den Platz in der Startaufstellung gesucht. Evan Laughridge, mein Kollege vom EBS-Sturm-Kawasaki-Team, war als 7. ans Gitter und stand 2 Plätze weiter innen von mir. Wir sind beide gleichschnell beim Start aus dem Gitter gekommen und seine Innenposition war dann für ihn ein Vorteil. Er drückte noch Vanni auf seiner 450iger KTM nach außen und ich konnte einfach nicht nach innen abtauchen. So musste ich den langen Weg nehmen. Ich war nach der ersten Runde 7., denn ich bin einfach zu verkrampft gefahren. Als dann noch ein Fahrer sehr spitz in eine Kurve einfuhr, konnte ich nicht mehr ausweichen und habe mich lang gemacht. Als ich mich aufgerappelt hatte, habe ich Evan schon an der Spitze gesehen. Doch dann hat `s mich gleich wieder entschärft und mein Schatz hat mich „gebissen“. So habe ich die letzten 2 Runden nur noch zugeschaut, wie Evan den Sieg eingefahren hat. Da hat sich unser Team natürlich gewaltig gefreut. Seine Konstanz in dieser SX-Saison mit 2 Siegen und einem 2. Platz ist beeindruckend. Ich war nur 10. und das muss sich bald ändern, habe ich bei mir gedacht.
Abends hat unser Team gefeiert und es macht richtig Spaß, so einem Team, in dem jeder mitfiebert und sich für den anderen freuen kann, anzugehören. Um 0.00 Uhr haben wir dann mit Manuel auf seinen Geburtstag angestoßen, also noch ein Grund zu feiern. Dann bin ich noch schnell zu Burger King :O) ! Ich weiß, dass mein Ernährungsplan mir das verbietet, aber ein Sushi-Restaurant war leider nicht in der Nähe. Und ab in die Kiste, denn eigentlich war es schon reichlich spät.

Sonntag:

Am Sonntag war nur 2 X 10 Minuten Training ab 9.30 Uhr angesetzt. Ich war wieder in Gruppe IV, hatte aber noch Rückenprobleme von den Stürzen des Vortages. So war der 4. Platz ganz o.k.

Vorlauf: Ich bin wieder wie eine Rakete vom Startgitter weg und war gleich vorne. Habe den Lauf auch locker nach Hause gefahren. Extrem gut war ich hier in Wien im Waschbrett, was ich wohl dem guten Fahrwerk von Hubi zu verdanken hatte. Hätte ich schon in Stuttgart gut gebrauchen können.

Halbfinale: Ich bin erneut richtig gut gestartet (kann man ja in der Dugmore Offraod Schools prima lernen; Manuel hat sich auch schon angemeldet :=) Die 450iger von Jason Thomas war einen Tick schneller und auch Danny Ham hat sich noch vorbeigemogelt. Doch ich habe mit Coulon im Schlepptau gleich Druck gemacht und eine Lücke zum Rest des Feldes geschaffen. Durch einen kleinen Fehler von Danny musste ich ausweichen und habe etwas auf Jason verloren, aber nach 2 Runden war ich wieder dran. Ich hätte auch vielleicht noch überholen können, aber das Risiko war ziemlich hoch. So habe ich lieber den 2. Platz heimgefahren.
Mein Teamkollege Evan hatte kein Glück gehabt. Er war gestürzt und hatte die Top 4 nicht erreicht, so dass er in den Hoffnungslauf musste. Das ganze Team hat mit ihm gebangt, als das Gitter gefallen ist. Er war unter den ersten Dreien und es sah gut aus. Aber es sollte einfach nicht sein, denn in einer Kurve hat er plötzlich sein Vorderrad verloren und ist gestürzt. So ein Pech! Aber wir als Team haben versucht, ihn aufzumuntern.

Finale: Oh war ich gespannt auf `s Finale!!! Leicht nervös und etwas aufgeregt, was bei mir ein gutes Zeichen ist. Ich weiß, was ein guter Start bedeutet und dass ich das auch ganz gut kann -ohne überheblich sein zu wollen- aber da habe ich wirklich einen perfekten Start hingelegt! Ich hatte gleich eine Motorradlänge Vorsprung und bin wie ein Blitz durch `s Waschbrett. Da waren es schon 10 m Abstand zum Zweiten! Das Finale ging über 15 Runden und ich habe mich voll konzentriert, alle weiteren Runden sauber und sicher zu fahren und das Waschbrett genauso gut wie in Runde 1 zu „durchrattern“! Mike Alessi war schnell auf Platz 2 und das Spiel konnte beginnen. Beim großen Dreier habe ich immer mit einem Auge nach hinten geschaut. Da war eine spitze Kurve immer gut für einen Blockpass. Nach etwa 8 Runden hat er sein Vorderrad überfordert und ist gestürzt. Da war ich mir ziemlich sicher, so an die 100%, dass es mein Sieg wird! Doch die letzten 4 Runden waren noch ganz schön die Nerven aufreibend, bis endlich an der Anzeige erschien: „The winner is Collin Dugmore“. War das wieder ein schönes Gefühl, beim Super-Cross auf Platz 1 zu stehen! Das Podest war auch in Stuttgart mein Ziel und ich hatte mich gut gefühlt. Aber dann war ich doch enttäuscht, dass es nichts geworden ist. So war der Sieg heute wie Honig auf die Wunden in meiner Seele.

Jürgen Scharnbach hat mein Motorrad motormäßig sehr gut im Griff gehabt, Tuner Hubi Hoffmann das Fahrwerk perfekt abgestimmt und Dank auch an Harry und natürlich an Mom Sturm, die uns mit lecker Essen versorgt hat! Das war wieder ein sehr erfolgreiches Wochenende für das Team EBS Sturm Homecast ….

Jetzt fahr ich wieder zurück mit der ganzen Truppe bei Manuel im Transporter. Und es schneit eklig nass wie verrückt. Die anderen schlafen schon hinten und wir fahren mit 60 km/h…. Yyyiiiggguuuttt ist das schlechtes Wetter. BBBRRRRrrrrr!!! In Namibia, hhmmm…, sind es bestimmt gerade 30 Grad…Mein Bericht von dort kommt noch, aber die nächste Woche wird wieder sehr stressig und doch ganz sicher schön. Ich fliege nach Spanien, um für eine Motorradzeitung Motorräder zu testen. Das dauert bis Sonntag und dann will ich unbedingt meine Kinder Jeremy und Vanessa sehen! Danach geht`s nach Magdeburg in die SX-Halle von Sebastian Paasch, um für Chemnitz zu trainieren.

Also Leute, lasst Euch vom Wetter nicht unterkriegen und macht Euch eben warme Gedanken! Bis bald und ich will Euch in Chemnitz sehen, o.k.?!!!

Euer