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Hallo Freunde!
Meine Woche hat am Montag damit begonnen, meine Motorräder am Flughafen
in Empfang zu nehmen. Ihr wisst doch von meinem erfolgreichen Ausflug
nach Namibia, von dem ich noch berichten werde. Das hat den ganzen Tag
gekostet, denn ich bin von Halle zu Halle gelaufen, bis meine Lieblinge
schön wie nie vor mir standen. Am Dienstag bin ich dann zu Hubi –ihr
wisst doch meinem Tuner-Gott von HH-Race-Tech- gefahren, um mein
Fahrwerk straffer abzustimmen.
Auf dem Weg nach Augsburg zu Familie Sturm
(inzwischen schon beinahe meine 3. Heimat) habe ich noch in Stuttgart
Zwischenstation gemacht, um noch einiges abzuholen. Am Mittwoch haben
wir dann den ganzen Tag an den Mopeds gearbeitet, um dann auf dem Weg
nach Wien noch am Donnerstag Zwischenstation in der SX-Halle in
Nandelstadt (bei München) zu machen, wo wir noch unser Set mit dem
stärksten Motor getestet haben. Am Freitag sind wir dann mit Manuels (Chittaro)
Transporter weiter gefahren. An Bord waren noch seine Freundin, Robby
(Sturm) und seine Schwester Conny und ich als Solist. Mann oh Mann,
volle 6 Stunden waren wir unterwegs, bis wir nach einem kleinen Umweg
endlich an der Wiener Stadthalle angekommen sind. Die Halle ist ja
riesig und Freddi (Verherstraeten) hat eine coole Strecke hingezaubert.
Aber der Boden war knüppelhart! Gut, dass ich meine bewährten Dunlop
490/695 dabei hatte :O)!
Samstag:
Training: Um 13.00 Uhr
ging`s mit 3 mal Training los: 1 X 15 Minuten und 2 X 10 Minuten. Ich
war erst in Gruppe IV eingeteilt, aber die Strecke hat die Belastung gut
verkraftet. Es wurde aus den 3 Trainingseinheiten die schnellste Zeit
gewertet und ich war dann Dritter.
1.Vorlauf: Ich bin gleich als
erster aus dem Gitter geschossen und habe das Rennen auch gewonnen. Ich
war vorallem so froh, dass ich das Rennen jeder Zeit unter Kontrolle
hatte. Es wurden für `s Halbfinale nur die Top 3 genommen.
Halbfinale: Ich bin wieder
gut gestartet und war schnell unterwegs, bin aber trotzdem noch
verhalten gefahren, weil die ersten 4 direkt ins Finale eingezogen sind.
Das habe ich dann auch locker geschafft. Ohhh, Jeff Alessi, der 4. beim
Pariser SX, und auch mein Teamgefährte Manuel Chittaro haben das Finale
verpasst!
Finale: Als 8. habe ich mir
den Platz in der Startaufstellung gesucht. Evan Laughridge, mein Kollege
vom EBS-Sturm-Kawasaki-Team, war als 7.
ans Gitter und stand 2 Plätze weiter innen von mir. Wir sind beide
gleichschnell beim Start aus dem Gitter gekommen und seine Innenposition
war dann für ihn ein Vorteil. Er drückte noch Vanni auf seiner 450iger
KTM nach außen und ich konnte einfach nicht nach innen abtauchen. So
musste ich den langen Weg nehmen. Ich war nach der ersten Runde 7., denn
ich bin einfach zu verkrampft gefahren. Als dann noch ein Fahrer sehr
spitz in eine Kurve einfuhr, konnte ich nicht mehr ausweichen und habe
mich lang gemacht. Als ich mich aufgerappelt hatte, habe ich Evan schon
an der Spitze gesehen. Doch dann hat `s mich gleich wieder entschärft
und mein Schatz hat mich „gebissen“. So habe ich die letzten 2 Runden
nur noch zugeschaut, wie Evan den Sieg eingefahren hat. Da hat sich
unser Team natürlich gewaltig gefreut. Seine Konstanz in dieser
SX-Saison mit 2 Siegen und einem 2. Platz ist beeindruckend. Ich war nur
10. und das muss sich bald ändern, habe ich bei mir gedacht.
Abends hat unser Team gefeiert und es macht richtig Spaß, so einem Team,
in dem jeder mitfiebert und sich für den anderen freuen kann,
anzugehören. Um 0.00 Uhr haben wir dann mit Manuel auf seinen Geburtstag
angestoßen, also noch ein Grund zu feiern. Dann bin ich noch schnell zu
Burger King :O) ! Ich weiß, dass mein Ernährungsplan mir das verbietet,
aber ein Sushi-Restaurant war leider nicht in der Nähe. Und ab in die
Kiste, denn eigentlich war es schon reichlich spät.
Sonntag:
Am Sonntag
war nur 2 X 10 Minuten Training ab 9.30 Uhr angesetzt. Ich war wieder in
Gruppe IV, hatte aber noch Rückenprobleme von den Stürzen des Vortages.
So war der 4. Platz ganz o.k.
Vorlauf:
Ich bin wieder wie eine Rakete vom Startgitter weg und war gleich vorne.
Habe den Lauf auch locker nach Hause gefahren. Extrem gut war ich hier
in Wien im Waschbrett, was ich wohl dem guten Fahrwerk von Hubi zu
verdanken hatte. Hätte ich schon in Stuttgart gut gebrauchen können.
Halbfinale:
Ich bin
erneut richtig gut gestartet (kann man ja in der Dugmore Offraod Schools
prima lernen; Manuel hat sich auch schon angemeldet :=) Die 450iger von
Jason Thomas war einen Tick schneller und auch Danny Ham hat sich noch
vorbeigemogelt. Doch ich habe mit Coulon im Schlepptau gleich Druck
gemacht und eine Lücke zum Rest des Feldes geschaffen. Durch einen
kleinen Fehler von Danny musste ich ausweichen und habe etwas auf Jason
verloren, aber nach 2 Runden war ich wieder dran. Ich hätte auch
vielleicht noch überholen können, aber das Risiko war ziemlich hoch. So
habe ich lieber den 2. Platz heimgefahren.
Mein Teamkollege Evan hatte kein Glück gehabt. Er war gestürzt und hatte
die Top 4 nicht erreicht, so dass er in den Hoffnungslauf musste. Das
ganze Team hat mit ihm gebangt, als das Gitter gefallen ist. Er war
unter den ersten Dreien und es sah gut aus. Aber es sollte einfach nicht
sein, denn in einer Kurve hat er plötzlich sein Vorderrad verloren und
ist gestürzt. So ein Pech! Aber wir als Team haben versucht, ihn
aufzumuntern.
Finale:
Oh war ich
gespannt auf `s Finale!!! Leicht nervös und etwas aufgeregt, was bei mir
ein gutes Zeichen ist. Ich weiß, was ein guter Start bedeutet und dass
ich das auch ganz gut kann -ohne überheblich sein zu wollen- aber da
habe ich wirklich einen perfekten Start hingelegt! Ich hatte gleich eine
Motorradlänge Vorsprung und bin wie ein Blitz durch `s Waschbrett. Da
waren es schon 10 m Abstand zum Zweiten! Das Finale ging über 15 Runden
und ich habe mich voll konzentriert, alle weiteren Runden sauber und
sicher zu fahren und das Waschbrett genauso gut wie in Runde 1 zu
„durchrattern“! Mike Alessi war schnell auf Platz 2 und das Spiel konnte
beginnen. Beim großen Dreier habe ich immer mit einem Auge nach hinten
geschaut. Da war eine spitze Kurve immer gut für einen Blockpass. Nach
etwa 8 Runden hat er sein Vorderrad überfordert und ist gestürzt. Da war
ich mir ziemlich sicher, so an die 100%, dass es mein Sieg wird! Doch
die letzten 4 Runden waren noch ganz schön die Nerven aufreibend, bis
endlich an der Anzeige erschien: „The winner is Collin Dugmore“. War das
wieder ein schönes Gefühl, beim Super-Cross auf Platz 1 zu stehen! Das
Podest war auch in Stuttgart mein Ziel und ich hatte mich gut gefühlt.
Aber dann war ich doch enttäuscht, dass es nichts geworden ist. So war
der Sieg heute wie Honig auf die Wunden in meiner Seele.
Jürgen
Scharnbach hat mein Motorrad motormäßig sehr gut im Griff gehabt, Tuner
Hubi Hoffmann das Fahrwerk perfekt abgestimmt und Dank auch an Harry und
natürlich an Mom Sturm, die uns mit lecker Essen versorgt hat! Das war
wieder ein sehr erfolgreiches Wochenende für das Team EBS Sturm Homecast
….
Jetzt fahr
ich wieder zurück mit der ganzen Truppe bei Manuel im Transporter. Und
es schneit eklig nass wie verrückt. Die anderen schlafen schon hinten
und wir fahren mit 60 km/h….
Yyyiiiggguuuttt ist das schlechtes Wetter.
BBBRRRRrrrrr!!! In Namibia, hhmmm…, sind es bestimmt gerade 30 Grad…Mein
Bericht von dort kommt noch, aber die nächste Woche wird wieder sehr
stressig und doch ganz sicher schön. Ich fliege nach Spanien, um für
eine Motorradzeitung Motorräder zu testen. Das dauert bis Sonntag und
dann will ich unbedingt meine Kinder Jeremy und Vanessa sehen! Danach
geht`s nach Magdeburg in die SX-Halle von Sebastian Paasch, um für
Chemnitz zu trainieren.
Also Leute, lasst Euch vom Wetter nicht
unterkriegen und macht Euch eben warme Gedanken! Bis bald und ich will
Euch in Chemnitz sehen, o.k.?!!!
Euer
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