Rennen 2006

  •   17. Sept.

Open-DM in Jauer endet mit Tagessieg

 

Hallo Fans,
über diesem Wochenende stand die große Frage, ob ich meinem Ziel, nach dem Titel in der Open-DM greifen zu können, am vorletzten Renntag bereits ein Stückchen näher kommen werde. Wir sind von Siegen mit Heidi und Heinz am Samstag Morgen aufgebrochen und waren nach 5 ½ Stunden endlich da. Ich wollte meinen Augen gar nicht trauen, als ich die Strecke sah. Ich dachte, ich wäre bei einer WM! Wow … große Sprünge, schnelle Passagen und alles echt gut angelegt! Also, da war ich gleich in großer Freude und in meinem Element. Wir waren in der Pension „Haus Theresia“ untergebracht und wurden dort ganz herzlich empfangen. Andy Boller und Hansi haben noch einen Schlafplatz gesucht und ihn auf unsere Empfehlung hin dann ebenfalls dort gefunden. Wir haben gemeinsam in aller Ruhe Abendbrot gegessen und noch ein wenig gemütlich zusammen gesessen. Um 6.30 Uhr hat mein Wecker dann richtig Alarm gemacht, weil wir eine halbe Stunde später schon zum Frühstück mussten. Wir waren wirklich alle begeistert von der Pension.
Dann ging`s rasch an die Strecke, um aufzubauen und die Motorräder zur Abnahme zu bringen. Im freien Training war sie wieder da: die Begeisterung für diese Strecke! Sie war schnell und einfach geil. Nur die Kurve an der Helferbox war leicht gefährlich. Es gab viele Sprünge, wo man das Motorrad schön drücken konnte.
Im Pflichttraining war ich ganz zufrieden mit mir. Am Ende wurde ich Zweiter und das war ausreichend für einen guten Platz am Startgitter.

1.Lauf:

Ich war leicht nervös, denn der DM-Titel war schon greifbar nahe. Das war eine Zwickmühle: Einerseits wollte ich meinen derzeitigen Vorsprung ausbauen, andererseits wollte ich aber auch nichts riskieren, was mich bis zum abschließenden Renntag am 3.10. in  Lugau unruhig schlafen lassen würde. So war mein Start halt nur mittelprächtig und ich bog als Fünfter in die zweite Kurve. Ich bin auf Sicherheit gefahren. Und wir hatten aus Angst vor einem Plattfuß sogar Moosgummi aufgezogen. Das Fahrverhalten meines Mopeds war aber dadurch doch etwas anders und gewöhnungsbedürftig. Ich konnte nicht all zu viel von meinem Vorderrad verlangen. So habe ich mich langsam nach vorne gearbeitet. Florent Richier, der pfeilschnell unterwegs war und immer eine Bedrohung für mein Ziel ist, war schon ausgefallen. So hat Alexander Ivanutin gewonnen, was mir ziemlich egal war. Da Daniel Siegl, mein unmittelbarer Verfolger im Titelkampf, auch schon aus dem Rennen war, brauchte ich wirklich nicht auf letzter Rille fahren, um meinen Vorsprung in der Gesamtwertung noch auszubauen. Trotzdem habe ich mich nicht geschont und passable Rundenzeiten erreicht.

2. Lauf:

Wenn mein erster Start so nur mittelprächtig war, dann war dieser richtig Mist. Ich war weit zurück (wohl so auf Platz 9), habe mich aber noch in der ersten Runde auf Platz 5 vorgekämpft. Das war vielleicht schon riskant schnell und ich habe mich dann ein wenig zurückgenommen, bevor ich noch was Dummes mache und zu viel riskiere. Jeder Punkt zählt! Aber nach 6 Runden hatte ich 3 Fahrer so dicht vor mir im Visier, dass ich sie in einer Runde geschnappt habe und nun an zweiter Position lag. Teamgefährte Manuel (Chittaro) hat wieder ein gutes Rennen gefahren und lag eine Weile dicht hinter mir. Als ich sah, dass Florent Richier direkt vor mir war und inzwischen in Sichtweite kam, habe ich noch mal richtig Druck gemacht und mich von Manuel abgesetzt. Aber es hat trotzdem nur für Platz 2 in diesem Lauf gereicht. Aber was macht das schon, denn ich wurde Tagessieger und habe nun 47 Punkte Vorsprung vor meinem ärgsten Konkurrenten Daniel. Das rechnet sich jetzt so für mich: Wenn ich beim letzten Rennen in Lugau gar nicht starten oder beide Läufe ausfallen würde, dann müsste Daniel, er war ja der Gewinner des Vorjahres, dort beide Läufe gewinnen, um seinen Titel zu verteidigen. Wenn er nur einmal Zweiter wird, ist es für mich gelaufen. Ich brauche nur einmal auf den 17. Platz fahren, um mir 3 Punkte zu holen, wenn Daniel alle Läufe gewinnt, um trotzdem am Schluss ganz oben zu stehen. Diese Rechnerei ist nur ein Spaß, denn ein Collin D. fährt, wie es seinem Naturell entspricht und ich bin halt Rennfahrer.

Hallo Fans, habt Ihr Euch eigentlich schon für einen meiner Kurse im Oktober angemeldet? Noch sind wenige Plätze frei! Und dann werdet Ihr auch hören, was ich von einem Rennfahrer so erwarte und auch erfahren, warum ich als Oldie noch siegen kann. Ich sage nur: „Der Kopf ist ein Computer …“ Also am 14./15. Oktober in Roitzsch bei Bitterfeld und eine Woche später in Mothern jenseits der französischen Grenze. Sehen wir uns?

See you!!!   Euer